Sonntag, 16. August 2009
Liebe Freunde,
heute ist ‚the day after’ und alle sind völlig k.o., aber mit großer Dankbarkeit im Herzen. Gestern war unsere Einweihungsfeier mit Bischof Dr. Felix Genn. Nun kann die Fazenda da Esperança im Kloster Mörmter bei Xanten richtig starten. Für morgen sind schon die ersten drei Rekuperanten angemeldet. Aber nun erst noch mal ein kurzer Rückblick.
In der Nacht von Donnerstag auf Freitag kamen Frei Hans und Nelson, die Gründer der Fazenda, bei uns in Mörmter an, zusammen mit Christian, der mit den beiden zwei Tage in Portugal war, um die Grundsteine für die dort geplante Fazenda zu legen. Auch die Jungs der Fazenda von Bickenried/Kaufbeuren sind seit Donnerstag da.
Am Freitag fand noch ein Pressegespräch mit unterschiedlichen Zeitungen statt. Es ist für uns sehr beeindruckend, wie positiv und ausgewogen, wie breit und ausführlich die Berichterstattung ist. Frei Hans und Nelson standen Rede und Antwort und es entwickelte sich ein gutes Gespräch. – Ebenso wurde um 19.30h vom WDR Studio Duisburg in der Lokalzeit ein guter Bericht gesendet. Bis zum 20. 8. 2009 ist er noch im Internet zu sehen.
(http://www.wdr.de/mediathek/html/regional/rueckschau/2009/08/14/lokalzeit_duisburg.xml) [Drogenentzug in altem Kloster - 04:46 min].
Der Freitag war aber vor allem ein Rüsttag. Betten wurden gemacht, Unterkunftspläne für die Gäste bei Nachbarn und in zwei Turnhallen bearbeitet, Getränke geholt, Bänke aufgebaut, ein großer Fallschirm über dem Innenhof aufgespannt und gekocht, gebacken Schilder gemalt und aufgehangen…
Die Nachbar kamen zum „Kränzen“, wie man das hier am Niederrhein so macht und haben über der Tür ein großes Schild befestigt: „Gottes Segen zum Einzug“. Echt bewegend die Aufnahme.
Freitags kamen dann noch alle von der Frauenfazenda in Riewend und eine Delegation aus Gut Neuhof. Sie kamen zum einen zur Einweihungsfeier der neuen Fazenda, aber auch zum Ehemaligentreffen, welches an diesem Wochenende parallel stattfinden sollte. - Zu dem Zeitpunkt waren wir dann schon ca. 80 Leute ‚aus den eigenen Reihen’ und alle halfen mit bei den noch ausstehenden Vorbereitungen auf das große Fest hin am gestrigen Samstag.
Inzwischen kommen auch viele Grüße und Glückwünsche an und teilen uns auf diesem Weg mit, dass wir einen besonderen Platz in ihrem Herzen, in ihren Gebete haben.
Samstag Morgen machte Nelson die Betrachtung und das Wort, was es zu leben galt war ganz einfach, ganz kurz und prägnant, selbst für unsere Ausländer, es hieß: JETZT! Jetzt kann ich helfen, jetzt kann ich den Schritt machen auf einen Gast zuzugehen, jetzt jemanden ein Lächeln schenken, jetzt von mir weggehen, um offen zu sein für den, der mir gegenüber steht... – Das war die Note, die sich den ganzen Tag durchzog und alle wurden auf die einzelnen Dienste verteilt: Grill-, Waffel- und Kuchenstand, Infopavillon und Hofladen, Streichelzoo mit Enten, Kaninchen und Kätzchen, Hausführungen durch die neu renovierten Zimmer, Gespräche, Begegnungen, ...
Und was dann geschah war wirklich ein Wunder. Es ging alles Hand in Hand, kein Stress kam auf und so war es, dass ca. 500 Besucher den Tag über durch das Haus und über den Hof gingen. Es war ein Kommen und Gehen. Der Tag der Offenen Tür, war wirklich ein solcher und die Menschen die kamen waren begeistert von dem, was sich hier im Kloster Mörmter getan hatte.
Und eine Baustelle, an der wurde bis 15.00h des Eröffnungstages gearbeitet... – es war die Hauskapelle, die Luiz, unser Hofleiter, mit Pfarrer Georg Schlütter, Johannes van de Boom, Sumi und Marcel aus Bickenried zur Vollendung geführt haben. Der Tabernakel aus Glas und Licht, Holz und Wasser hat natürlich was mit unserem Leben zu tun und spiegelt den Weg wieder, den unsere jungen Leute aus dem Schmerz und Leid ihres Lebens ins neue Leben gehen müssen. Als Altar dient ein alter Eichenstamm aus dem Klostergarten, auf dem eine Glasplatte liegt. Ein wunderschöner Raum, der schon unfertig wirkt und Ausstrahlung hat.
Um 15.30h kam schließlich Bischof Felix Genn. Er suchte zuerst ein kurzes Gespräch mit den Verantwortlichen und ließ sich dann den Hof zeigen. Es folgte ein kurzes Programm im Klosterhof, wo Nelson von den Anfängen erzählte und Rebekka und Stefan von ihrer Rekuperation, Luiz, Sebastian und Sr. Tanja von der Zeit der Mission. In der Messe unterstricht der Bischof mit einer sehr bewegenden Predigt, dass er es schätzt, wie die Fazenda ihr Leben am Wort Gottes festmacht und verwies darauf, dass es etwas zutiefst urchristliches ist und sagte dann: „Fazenda ist Kirche.“ Er schien tief aufgenommen zu haben, was unser Leben ausmacht Er erinnerte daran, dass jeder von uns Menschen eine Form von Sucht in sich trägt und darunter leidet. Doch das Wort macht frei und führt in die Freiheit. – Der Bischof hat uns tief erstanden, so war unser Eindruck und er fuhr als Freund der Fazenda. – In der Messe halten wir die Kollekte nicht für unsere Arbeit auf der Fazenda hier in Deutschland, sondern wir spürten in diesen Tagen auch sehr die Not des Aufbaus der Fazenda in Russland. So bitten wir um eine Gabe für unsere Schwestern und Brüder dort und bekommen über 1750,00€. Frei José und Heiner Jung bekommen dieses Geld gleich übergeben, da sie am Montag/ Dienstag wieder zum Aufbau nach Russland zurückkehren.
Der heutige Tag ist geprägt von Abschieden, dem Besuch eines Fernsehteams von EWTN und dem Treffen der Ehemaligen – aber immer wieder kommen Besucher im Hofcafé an und wollen etwas von unserem Leben erfahren.
In der Messe um 10.00h in der Klosterkirche erzählen wir von den neuen Perspektiven, nämlich, dass es weiterhin einen Sonntagsgottesdienst geben wird, allerdings um 17.00h am Sonntag Nachmittag. Dort wird es möglich sein Priester aus der Umgebung anzusprechen und dazu gewinnen mit der Fazenda und den Freunden des Klosters die Messe zu feiern.
Die „Neuhofer“ und die „Riewender“ fahren Heim, ebenso gilt es von den Missionaren Abschied zu nehmen. Wir spüren, wie viel gewachsen ist in diesen vier Wochen, ein wirkliches Wunder.
Morgen wird dürfen wir, wie gesagt die ersten Rekuperanten empfangen und uns noch von Christian verabschieden. Luiz, Michael und Sebastian bleiben als Verantwortliche auf dem Hof, unterstütz werden sie von Thomas und Alexander mit Marcos aus Argentinien.
Danke allen für das gute gemeinsame Miteinander, für all das Mit-Dran-Denken und all die guten Intentionen. Im BLOG versuchen wir auch die Bilder rein zu setzen und so könnt ihr aktiver daran teilnehmen.
DANKE, DANKE, DANKE
Euer Team der Missionare aus dem Kloster Mörmter!
